Traumberuf Moderatorin - COMMpress im Gespräch mit Nicole Krieger
Wollten Sie schon immer Moderatorin werden?
Ich wollte immer Fernsehjournalistin werden, das war immer mein Berufsziel. Während meines Volontariats beim Fernsehen in der Nachrichtenredaktion durfte ich hin und wieder als Reporterin live vor Ort berichten. Ich fand das unglaublich spannend, eine aktuelle Situation mit dieser ganz besonderen Stimmung einzufangen und live zu kommentieren. Diese Momentaufnahmen des Augenblicks faszinieren mich noch heute. Irgendwann wurde ich gefragt, ob ich die Nachrichten moderieren möchte. Ich habe nicht lange überlegt - das war mein Traum.
Wie wichtig ist Ihre journalistische Ausbildung als Moderatorin?
Ich denke, wer in der Öffentlichkeit nicht über sich selbst spricht, sollte mit Informationen umgehen können. Der sollte wissen, wie man recherchiert, wie man Informationen gewichtet, Sachverhalte einordnet und am Ende ein Thema zuschauergerecht und unterhaltsam aufbereitet. Ich erlebe das Tag für Tag, und da spielt es keine Rolle ob ich fürs Fernsehen arbeite oder ein Unternehmen mich beauftragt, eine Tagung oder eine Abendveranstaltung zu moderieren. Aus meiner Sicht gehört eine journalistische Ausbildung zum essentiellen Handwerkszeug einer Moderatorin.
Was braucht eine gute Moderatorin sonst noch?
Zunächst einmal heißt es ja Moderation - moderare, also vermitteln. Als Moderatorin sehe ich mich als Vermittlerin zwischen dem Thema und dem Publikum. Ich denke, dabei sollte man sich als Moderatorin selber nicht zu wichtig nehmen. Im Mittelpunkt stehen immer das Thema und die Gesprächspartner. Und ein bisschen Humor hilft auch, so lange man dabei den richtigen Ton trifft. Und das Wichtigste ist dabei, immer ich selbst zu sein. Dann ist man am besten.
Wie wichtig ist die Sprache?
Reden können allein reicht nicht. Ich habe eine Sprechausbildung gemacht. Gerade fürs Fernsehen finde ich es schon wichtig, dass man eine ausgebildete Stimme hat, gut zu verstehen ist und sympathisch rüberkommt. Aber auch für die Bühne ist das von Vorteil. Die Sprache und die Stimme machen ja mehr als 50 Prozent der Informationsübertragung aus. Ich spreche eine Sprache, die mir entspricht und die auch dem Publikum entspricht. So bin ich auch glaubhaft
Sie sprechen neben englisch ja auch russisch. Das ist ungewöhnlich für eine Moderatorin.
Ja, das stimmt. Es gibt nur sehr wenige Moderatorinnen in Deutschland, die russisch sprechen. Ich habe russisch in der Schule gelernt und es später intensiviert. Gerade im Juni war ich einen Monat auf einer Sprachschule in Russland. Wissen Sie, Russland hat ein Wirtschaftswachstum von ca. 7 Prozent, immer mehr russische Unternehmen kommen nach Deutschland auf Messen und zu Veranstaltungen. Deutsche Unternehmen gehen nach Russland, machen dort Geschäfte und veranstalten Kongresse. Dieser Markt ist extrem in Bewegung. Ich freue mich, da mit dabei sein zu können. Außerdem mag ich auch privat Russland, die Kultur und die Menschen dort.
Bühne oder Kamera - was ist Ihnen lieber?
Sowohl als auch. Im Fernsehstudio habe ich nur die Kamera, auf kleinstem Raum des Bildausschnitts habe ich die Möglichkeit, Millionen Zuschauern etwas zu erzählen und sie im besten Fall zu bewegen. Eine großartige Möglichkeit. Die Bühne hat noch mal einen besonderen Reiz, alles ist unmittelbarer. Ich spüre die Stimmung im Publikum, die Spannung, wenn eine Präsentation auf den Höhepunkt zuläuft, oder wenn sich die Gäste amüsieren, zum Beispiel über eine witzige Anekdote, die ein Gesprächspartner erzählt. Bei aller Routine - ein bisschen Herzklopfen ist vor jedem Live-Auftritt dabei. Für mich ein Zeichen, dass ich mein Publikum ernst nehme.
Wo sehen Sie sich in der Zukunft?
Neben Bühnen- und Filmmoderationen würde ich gerne ein regelmäßige Talk- oder Interviewsendung im Fernsehen machen. Meine Stärke ist das Gespräch.
11.12.2006